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Kurzfristig – langfristig

Zuerst ist die deutsche Mietpreisbremse in Berlin in Kraft getreten – mittlerweile auch in anderen deutschen Städten. Was sie tatsächlich bewirkt, darüber sind sich die beiden Immobilienportale immobilienscout24.de und immowelt.de noch uneinig. Während die eine Plattform laut einer Analyse davon spricht, dass die Mieten etwa in Hamburg deutlich gesunken sind und in Berlin trotz hoher Nachfrage stagnieren, meint Immowelt-CEO Carsten Schlabritz, dass man nicht erkennen kann, ob die Mietpreisbremse wirkt oder nicht. Seiner Meinung nach entspricht die „Entwicklung der vergangenen Monate normalen saisonalen Schwankungen und lokalen Marktveränderungen“.
Vermutlich wird die Wahrheit irgendwo dazwischen liegen.
Die neue Regelung ist ja erst seit Sommer in Kraft, Vermieter und Mieter sind im Umgang mit dem neuen Gesetz noch nicht wirklich geübt, und Musterprozesse wird es wohl noch nicht flächendeckend geben können. Ein psychologischer Soforteffekt ist aber schon spürbar – vernünftige Marktteilnehmer müssen realisieren, dass die Mietbäume nicht ewig in den Himmel wachsen können. Und langfristig wird sich tatsächlich eine Veränderung einstellen, nämlich dann, wenn es zu den ersten Prozessen um die „angemessene“ Miete kommt. Gewinnen die Mieter, sind die Schleusen geöffnet. Das könnte viele Vermieter veranlassen, von Anfang an eine gesetzeskonforme Miete zu verlangen, und damit würden die Preise vermutlich sinken.