Ich bin zornig

Am Wochenende wollte ich einen Kommentar für den MAGAN Newsletter zu Ende schreiben, den ich vergangene Woche – auf einer Reise nach Deutschland – begonnen hatte.

Diesmal nicht zu einem Immobilien-Thema, sondern ich wollte meinen Zorn zum Ausdruck bringen über das Zaudern und Zögern der österreichischen Politik in der Pandemie. Über zu spät kommende Maßnahmen, versäumte Impfkampagnen, forschungsungläubige Mitmenschen, kabarettreife (wenn’s nicht so ernst wäre) Empfehlungen und groteske Auftritte von heimischen Politikern.

Die Überschrift für den Artikel war schon geboren, die da hätte heißen sollen: „Ich bin zornig.“

Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse, nun wurde ein weiterer Lockdown verkündet. Eine Maßnahme von großer Tragweite und Auswirkungen auf unser aller Leben, die auch viele Arbeitgeber und Unternehmer trifft. Die viel Geld kostet, unser aller Steuergeld, aber auch Geld in der individuellen Bilanz, das manchem wieder fehlen wird. Um jetzt nur auf die wirtschaftlichen Auswirkungen Bezug zu nehmen.

Die Frage ist berechtigt, ob dieser Lockdown bei vorausschauender Reaktion auf die steigenden Inzidenz-Zahlen und die Intensivbetten-Auslastung nicht hätte verhindert werden können. Warnungen von Wissenschaftlern gab es seit dem Sommer in Massen, sie wurden nur nicht gehört. Oder man wollte sie bewusst nicht hören. Das Durchwurschtelnwollen ist eine hierzulande gerne gebrauchte, oftmals sympathische, aber in diesem Fall völlig untaugliche Eigenschaft.

Auch Best-Practice-Beispiele sind einstweilen in Europa ausreichend vorhanden. Spanien (Impfquote weit über 80 Prozent und aktuelle Inzidenz kleiner als 50), Portugal mit ähnlichen Werten nach einer beherzten Impfkampagne, aber auch Israel (mehr als 50 Prozent der Bevölkerung haben schon den dritten Stich) machen vor, wie man im Kollektiv eine Pandemie besiegen kann.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich sehe die Maßnahmen ein und unterstütze sie, aber angesichts eines so späten Zeitpunkts, an dem die Entscheidung fiel, und einer solch missglückten Präsentation (die Kakophonie von Politikern der letzten Tage war unerträglich) hätte es früher in der Schule nur geheißen: „Setzen – Nicht genügend.“

Mitten in meinem Frust lese ich zum Frühstück die Sonntagszeitungen online, ja, als ehemaliger Kommunalpolitiker habe ich noch immer die Angewohnheit, auch die „Kronen Zeitung“ zu lesen.

Und stoße auf einen Kommentar von Professor Filzmaier, der punktgenau analysiert, was mich gerade ärgert.

Bitte, lesen Sie selbst!

Sagte ich übrigens heute schon, dass ich zornig bin?



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