Stuck und Pomp am Kurfürstendamm

Am teuersten Teil des legendären, kilometerlangen Einkaufsboulevards am Kurfürstendamm im westlichen Herzen Berlins, steht auf Hausnummer 193-194 das Haus Cumberland.

Ursprünglich als Hotel erbaut, diente es nach dessen Konkurs für verschiedene Verwaltungstätigkeiten, zuletzt bis 2003 als Oberfinanzdirektion Berlins. Danach stand es fast 10 Jahre leer, bis es schließlich von einer Gruppe Berliner Immobilienunternehmer wachgeküsst wurde.

Und wie!

Das Eigentumswohnungsprojekthaus Cumberland kam genau zur richtigen Zeit, am Beginn des Berliner Immobilienwunders. Die Preise waren Anfang der 2010er Jahre für damalige Vergleich gesalzen. Heute können damalige Immobilienkäufer mit enormen Wertsteigerungen rechnen. Ein überaus erfolgreiches Projekt. Und so eine Immobilie an diesem strategischen Platz muss natürlich auch von einem entsprechenden Restaurantkonzept gekrönt werden. Dieses zu kreieren übernahmen die Eigentümer des berühmten Lokals Borchardt am Gendarmenmarkt. Sie eröffneten 2014 das Grosz (benannt nach dem Grosz-Platz gleich gegenüber) und betreiben seitdem ein Brasserie mit fast schon imperialer Atmosphäre und Ausstattung. Die Küche kann nicht ganz mit dem Glanz mithalten. Für Wiener Verhältnisse also eher durchschnittlich, das Service entspricht der üblichen norddeutschen Sprödheit. Dennoch ist das Grosz, insbesondere der Garten im Innenhof, ein herrlicher Platz um zu verweilen, abseits des Großstadtrummels und ein Hotspot „zum Sehen und Gesehen werden“. Im Eingangsbereich gibt es übrigens auch ein Café, sowie einen Schanigarten vor dem Haus am Kudamm. Für jeden Geschmack und Geldbeutel also eine Option.

Hier wird ein Stück Berliner Geschichte neu geschrieben

Der beeindruckende Gebäudekomplex wurde 1911/12 von Robert Leibnitz, dem Architekten des alten „Hotel Adlon“, als „Boarding-Palast“ erbaut. Der Regierungsbaumeister a.D. schuf mit dem 600-Zimmer-Appartementhaus auf dem Kurfürstendamm einen „neuen Typus des weltstädtischen Wohn- und Gasthauses vornehmsten Stils“. In amerikanischer Manier erbaut, bot es seinen 750 Gästen eine luxuriöse Ausstattung und alle nur denkbaren Annehmlichkeiten, wie Schreib- und Lesezimmer, große Wandelhallen, eine Badeanstalt, eine American-Bar, einen Festsaal, Café, Confiserie und vieles mehr.

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