Mietendeckel – Experiment mit ungewissem Ausgang

Mit dem Mietendeckel beginnt im Grunde genommen ein Sozialexperiment, das nach Meinung vieler Experten nicht bis zum Ende durchdacht wurde. Die Politik macht derzeit einen großen Bogen um die Frage „nach der Zeit nach dem Mietendeckel“. Mit dem Deckel werden zwar die Mieten auf – vorläufig – fünf Jahre eingefroren, aber es ist noch nicht klar, wie es nach fünf Jahren weitergehen wird, und auch nicht, was sich in diesen fünf Jahren am Markt verändern wird. Dass nach fünf Jahren zur normalen Tagesordnung übergegangen werden kann, ist nicht möglich – es sind unter anderem heftige Nachholeffekte zu erwarten.

Die Lage der Mieter wird sich auch nicht unbedingt entspannen. Zum einen ist zu erwarten, dass die niedrigen Mieten mehr Mieter nach Berlin locken werden, zum anderen werden sich Vermieter solvente Mieter aussuchen, die voraussichtlich wenig Probleme machen.

Der Mietendeckel macht sich außerdem nicht nur bei den Neubauten, sondern auch bei den Renovierungen bemerkbar – die Handwerker rechnen mit Auftragseinbrüchen von bis zu 25 Prozent.

Der Eingriff zeigt bei den Gewerbeimmobilien bereits Auswirkungen: Gewerbliche Investments und Geschäftsimmobilien rücken sehr viel stärker in den Fokus der Anleger, schreibt der IVD in seinem Marktbericht.

Weitere gesetzliche Eingriffe könnten in der Folge notwendig sein. Es ist daher zu befürchten, dass der Mietendeckel langfristig ein ähnliches Dilemma auslösen wird wie der Verkauf der Sozialwohnungen durch die Stadt Berlin, der Geld in die leeren Stadtkassen spülen sollte.

Wie aus dem Mietendeckel ein Risiko für Mieter werden kann

Mietendeckel statt Mietspiegel – die rot-rot-grüne Koalition will den Systemwechsel auf dem Berliner Wohnungsmarkt, zumindest für fünf Jahre. Doch genau dieser Wechsel auf Zeit birgt für Mieterinnen und Mieter auch deutliche Risiken.

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