Der Mietendeckel in Berlin hat versagt

Seit Februar 2020 ist der Mietendeckel in Berlin in Kraft und hat sich bisher als komplett unwirksam herausgestellt. „Er ist kein Vorbild für andere Großstädte“, schrieb das Magazin Focus und weiter: „Der Berliner Wohnungsmarkt steht vor dem Kollaps.“ Ganz so falsch liegt Focus nicht. Laut einer Analyse von ImmoScout24 sanken zwischen September 2019 und September 2020 zwar die Angebotsmieten für die vom Mietendeckel betroffenen Wohnungen (Baujahr vor 2014) um fünf Prozent von durchschnittlich 12,91 auf 12,26 Euro pro Quadratmeter. Gleichzeitig verringerte sich jedoch das Gesamtangebot an Mietwohnungen in Berlin massiv um 41,5 Prozent. Das Angebot von Bestandsmietwohnungen sank sogar um 59,1 Prozent. Neubauwohnungen dämpften das Ergebnis etwas: Sie wurden mit einem Plus von 6,7 Prozent verstärkt angeboten.

Wer meint, dass der Angebotsmangel auf Corona zurückzuführen ist, der wird bei einem Blick auf die anderen Topmetropolen in Deutschland eines Besseren belehrt. In Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Köln, München und Stuttgart hat das Wohnimmobilienangebot im gleichen Zeitraum anders als in Berlin deutlich zugenommen.

Im Gegenzug ist aber in Berlin das Angebot an Eigentumswohnungen um 13,2 Prozent gestiegen – das an vor 2014 errichteten Wohnungen sogar um 23 Prozent. Der Grund: Viele Eigentümer wollen unter diesen Umständen nicht mehr vermieten, sondern verkaufen.

Kein Vorbild für andere Großstädte: Berliner Wohnungsmarkt vor dem Kollaps

Der Mietendeckel hat der Hauptstadt keine Entlastung gebracht. Im Gegenteil. Eine aktuelle Studie zeigt: Das Wohnungsangebot in Berlin sinkt drastisch und der Nachfragedruck sprengt alle bisher gekannten Grenzen.

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